Merkblatt DWA-M 620-1 Ingenieurbiologische Bauweisen an Fließgewässern - Teil 1: Grundlagen und Bauw
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Ingenieurbiologische Bauweisen im Wasserbau werden seit langem zur Lösung vielfältiger Aufgaben eingesetzt und erfüllen meist mehrere Funktionen gleichzeitig, was zu einem Mehrfachnutzen führt. Ein Beispiel ist der Ersatz einer Ufermauer durch eine Weidenspreitlage, die nicht nur der Ufersicherung dient, sondern auch die ökologische Aufwertung fördert, indem sie Lebensräume schafft und das Landschaftsbild verbessert. Trotz dieser Vorteile bestehen in der Praxis Unsicherheiten bei Planung, Umsetzung und Pflege. Ziel des Merkblatts ist es, ingenieurbiologische Bauweisen einem breiten Anwenderkreis zugänglich zu machen, indem es die Anwendungsgrundlagen verbessert und Standards für Auswahl, Planung und Anwendung im Wasserbau festlegt. Der Fokus liegt auf ingenieurbiologischen Bauweisen an Fließgewässern des Binnenlands, wie Strömen, Flüssen und Bächen, insbesondere im Hügel- und Bergland. Diese Gewässer können permanent oder temporär Wasser führen und variieren von naturnah bis stark anthropogen beeinflusst. Ufersicherungsmaßnahmen an Gewässern mit schiffsinduzierten Belastungen, wie Wellenschlag und Schwall, werden im Merkblatt DWA-M 519 (März 2016) behandelt. Konstruktive Wasserbauwerke wie Hochwasserschutzeinrichtungen sind nicht Gegenstand dieses Merkblatts.
