Günter Brus. Aquarelle / Watercolors: Kunsthaus Bregenz
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Günter Brus, a co-founder of Viennese Actionism, is renowned for his aggressively presented performance art that intentionally defied conventions and taboos. His early works often featured narrative depictions of his performances and fantasies, characterized by a stark Expressionism. In his later writings, Brus evolved this style into a more romantic Expressionism, frequently employing the format of the fairy tale. Through this approach, he explored the shared intention between the enchantment found in journey-themed tales and the liturgical mythology present in performance art, lending his work a unique and compelling quality.






Unrest After the Storm: Ausst.Kat. Belvedere 21, Wien, vom 2. Februar bis 12. August 2018
Gedichte?Hauptsache, es reimt sich, klingt gut und macht Sinn. Und das tut es!
Als Günter Brus 1969 nach West-Berlin ›auswanderte‹, lag die Aktion noch kein Jahr zurück, deretwegen er zu einer längeren Haftstrafe verurteilt worden war. Er zog es vor, sich zu entziehen, und zog mit Anni, seiner Frau, und Diana, der Tochter, in den Westen der damals ehemaligen deutschen Hauptstadt. Hier war ja schon so mancher österreichische Künstler aufs Beruhigendste gestrandet – H. C. Artmann, Oswald Wiener, Gerhard Rühm und viele andere. Das beliebte Lokal von Wiener trug also nicht von ungefähr den Namen ›Exil‹, und es wurde so neben der ›Paris-Bar‹ von Michel Würthle zum Treffpunkt für Flüchtlinge und deren Gesellen. Günter Brus versuchte, von seiner sehr tatkräftigen Frau mehr als unterstützt, ein Leben zwischen Bohème, Armutsgrenze und künstlerischer Entschlossenheit zu führen, das dann nahezu ein Jahrzehnt anhielt. Davon und von all denen, die ihm dort begegnet sind, erzählt Brus hier in seinem unnachahmlichen Tonfall hautnah aus der heiteren Distanz dessen, der alle Attacken künstlerisch triumphal und menschlich souverän überstanden hat. Es ist der dritte Band seiner Autobiografie. Der Mythos West-Berlin war ja einmal Realität und für viele eine Art rettender Lebenszwischenaufenthalt. Günter Brus kann es bezeugen.
Der Wiener Aktionismus gehört ohne Frage zu den wenigen künstlerischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts, die sich wirklich ins Äußerste vorwagten. Der Grund dafür war die Radikalität und Rücksichtslosigkeit der Künstler gegenüber allen gesellschaftlichen Normierungen, vor allem aber auch gegenüber sich selbst. Ausgehend von den widerwärtigen Reaktionen bis hin zu vernünftigen Einordnungen der Kunsthistoriker ist schon eine Menge darüber geschrieben worden. Wenn sich jetzt einer der herausragenden Protagonisten selber dazu äußert und wenn dieser Protagonist Günter Brus ist, dann wird niemand eine abgeklärte Darstellung und schon gar nicht so etwas wie Rechtfertigung oder Selbstinterpretation erwarten. Brus dreht vielmehr die Erinnerungs- schraube ins Fleisch der Geschichte, bis sie durchdreht. Was dabei am Ende herauskommt, sind Szenen zwischen Wiener Vorstadttheater und Grand Guignol. Mit scharfem Witz und reichlich Kalauern ruft Günter Brus noch einmal auf, wie er sich zwischen Hunger und Durst herausgefordert und ausgeliefert hat, nicht ahnend, ob der Weg in eine mönchische Selbsterkundung oder in Pulp Fiction führte. Die Komik, mit der das alles hier erzählt wird, ist Zeichen einer Distanz, die nichts mit Distanzierung zu tun hat. Immer wieder bleibt einem das Lachen wie eine Gräte im Hals stecken.
Venus in Furs describes the obsessions of Severin von Kusiemski, a European nobleman who desires to be enslaved to a woman. Severin finds his ideal of voluptuous cruelty in the merciless Wanda von Dunajew. This is a passionate and powerful portrayal of one man's struggle to enlighten and instruct himself and others in the realm of desire. Published in 1870, the novel gained notoriety and a degree of immortality for its author when the word "masochism"—derived from his name—entered the vocabulary of psychiatry. This remains a classic literary statement on sexual submission and control. For more than seventy years, Penguin has been the leading publisher of classic literature in the English-speaking world. With more than 1,700 titles, Penguin Classics represents a global bookshelf of the best works throughout history and across genres and disciplines. Readers trust the series to provide authoritative texts enhanced by introductions and notes by distinguished scholars and contemporary authors, as well as up-to-date translations by award-winning translators.
Körperlich Verstörte, so heißt es, erfahren für ihr Leiden häufig einen gelinden Ausgleich, indem sie sich in anderen Sinnesbereichen besonders befähigen. Die Hauptperson Franz Lindner in Gerhard Roths Roman Landläufiger Tod ist stumm. Er muß genauer als andere beobachten und nachdenken, und wenn er sich ausdrücken will, muß er es aufschreiben. In seinen Niederschriften entsteht ein poetisches Bild seiner Umgebung und unserer Zeit, in dem »alle Menschen und Geschichten aus der Luft gegriffen sind«. Lindner erzählt in diesem Buch ganz real Stationen seines Lebens, entwirft sich in ausschweifenden Episoden die Welt neu und zeichnet vor allem den verwirrend vielfältigen Mikrokosmos eines kleinen Dorfes auf, in dem es alles, nur keine Idylle gibt. Auswegloses Elend verbindet die Bewohner des kleinen südostösterreichischen Fleckens.»Roths Phantasie beginnt dort zu arbeiten«, schrieb ›Der Spiegel‹ zu Landläufiger Tod , »wo menschliche Erkenntnis aufhört. Sie füllt die Leerstellen, in die Wissenschaftler und Philosophen nicht eindringen können.« Roths Roman von der »Verrücktheit« Franz Lindners ist zugleich das Buch von dessen Hellsichtigkeit.
Von der Aktionsmalerei zum Aktionismus Wien 1960-1965. From action painting to actionism Vienna 1960-1965