Seit Dezember 2011 führt Julian Schutting ein künstlerisches Diarium, in dem er seinen Alltag reflektiert. Es hält nicht das jeweilige Tagesgeschehen fest, wie es die Eigenart von Tagebüchern ist – vielmehr wird das Erlebte, Wahrgenommene, Erdachte in eine poetische Wirklichkeit gefasst. Und das hat viel mit dem Gehen zu tun: Drei, vier Stunden ist der in Wien lebende Dichter täglich unterwegs, als Stadtflaneur und Wanderer, der mit einem geradezu phänomenalen Blick seine Umgebung beobachtet und im Gehen Texte entstehen lässt, die nachher am Schreibtisch ihre Form erhalten. Genauso sind ihm Zeitungsmeldungen ein Anlass des Niederschreibens, Wortfetzen eines Gesprächs in der U-Bahn, eine Opernarie, Reiseeindrücke und Kindheitserinnerungen. Das Erlebte und das Unterbewusste, manchmal in Form lyrischer Gebilde, bahnt sich seinen Weg. Hier ist ein unermüdlicher Tag- und Nachtarbeiter am Werk mit einem wachsamen Sensorium, im Unscheinbaren das Große und Bedeutsame zu erkennen. So entsteht also Kunst aus den kleinen Dingen des Alltags.
Julian Schutting Book order (chronological)
Julian Schutting is celebrated for his distinctive style, characterized by precise diction and poetic imagery. His works frequently delve into the complexities of human relationships and the inner lives of characters, displaying profound understanding and an empathetic perspective. Schutting emphasizes meticulous detail and subtle nuances, crafting evocative atmospheres that draw readers into his narratives. The author's language is both rhythmic and musical, imbuing his prose with a unique charm and literary depth.






Winterreise
- 163 pages
- 6 hours of reading
Erstmals wurde aus dem umfangreichen photographischen Archiv Julian Schuttings, das sich wie auch sein literarischer Vorlass im Archiv der Zeitgenossen in Krems befindet, eine Auswahl an Bildern zusammengestellt, die wiederum Ausgangspunkt für die Texte des Buches bilden. Mit den daraus entstandenen literarisch-philosophischen Betrachtungen nimmt Schutting die Leser mit auf eine Wanderung durch die Landschaften, aber auch durch die Geschichte. Aus dem Kleinen, scheinbar Unbedeutenden das Umfassende zu entwickeln, dabei mühelos zeitliche, räumliche und gesellschaftliche Grenzen überspringend, ist das Besondere an dieser Publikation.
Blickrichtungen
- 251 pages
- 9 hours of reading
Jenseits des Horizonts. Ein Dichter begibt sich auf Reisen. Er lässt sich von uns durch unterschiedliche Natur- und Kulturlandschaften begleiten, denen sich die Sprache in wechselnden Formen anschmiegt. Die Genauigkeit seines Blicks und seine Sicht lassen uns an seinen Augenabenteuern und Horizonterweiterungen teilhaben. Wir wohnen mit ihm der Heimholung der Zarenfamilie nach St. Petersburg bei, durchwandern mit ihm einen japanischen Wald, Neumoskau, das Revolutionsmuseum von Hanoi und bewundern mit ihm die Windtürme der iranischen Stadt Yazd. Das alles sind poetisch verdichtete Augenblicke, durch Sinneswahrnehmungen, aber auch Sinnestäuschungen dem jeweiligen Alltag enthoben.
Die Liebe eines Dichters
- 318 pages
- 12 hours of reading
Die Tage, die Nächte, die Jahreszeiten und die Jahre selbst - was auch immer sie bringen, alles ist erfüllt, gesehen und erkannt im Gedenken und in Gedanken an die geliebte Frau. Das Glück, die Zweifel, die Schmerzen, der Trost, alle Empfindungen sind gebunden an sie. Was sie zulässt, was sie verweigert, das bestimmt den Herzschlag, den Schlaf oder Nicht-Schlaf. Derjenige, dem diese Liebe widerfahren ist, ist Schriftsteller, er ist Dichter, und natürlich heißt das, dass alle Wahrnehmungen Sätze werden wollen, Beobachtungen, kleine Szenen, auch Gedichte. Hier ist ein heimlicher Troubadour am Werk, ein Meister der Courtoisie, ja der Verehrung. Die flüchtigen Gesten, die kleinen und die großen Dramen, hier ein Wink, da eine Kränkung, dort ein unerfüllter Traum - Julian Schutting versteht es, aus all dem ein Liebes-Buch entstehen zu lassen, das uns noch einmal an die großen Gefühle erinnert, die keinen Alltag kennen. Und daran, wie aus dem Alltag das Unalltägliche werden kann, wenn wir den Gefühlen ihr Recht lassen.
Am Schreibplatz
- 253 pages
- 9 hours of reading
„Wenn einer nach Jahrzehnten des Schreibens sich fragt, wo all das begonnen hat und immer wieder beginnt, und wenn dieser Jemand Julian Schutting ist, dann kann es nicht überraschen, wenn die Antwort - scheinbar pragmatisch - ‚am Schreibplatz“ heißt, ‚wo sonst?„ Würde nicht jeder Schriftsteller so antworten müssen? Mag sein, kaum ein zweiter aber würde aus dem Selbstverständlichen, ja gewissermaßen Banalen mit so viel artistischem Vermögen eine Plattform machen können, von der der Blick - seiner und dann auch unserer - aus dem Fenster auf den Kirchturm gegenüber in den Morgenhimmel oder auf den Abendmond geht und von dort in alle Reiche der Imagination. Aber der Beginn lag natürlich auch im ersten kindlichen Buchstabieren, der ersten Begegnung mit bedeutender Literatur, dem Finden erster eigener Sätze, die Bestand haben. Wie auch immer, Julian Schutting läßt einen an den realen Umständen des Schreibens ebenso teilhaben wie an denen der Phantasie: die Beobachtung, der Einfall, die ersten tastenden Wörter - und hinter allem ahnt man ein schöpferisches Geheimnis, das auch hier nicht gelüftet, wohl aber zum Leuchten gebracht wird.“
An den Mond
- 87 pages
- 4 hours of reading
Weiß man, wo Liebe hin will? Daß sie aber bisweilen, wenn sie sich am ersehnten Ziel wähnt, über dieses Ziel schon hinausgeschossen ist, ist eine leidige Erfahrung. Dann spürt man, daß die Zeit des Möchtens, Wollens und Sehnens etwas hat, was dem Haben und Besitzen oft genug abhanden gekommen ist. Die kleinen Stichflammen des Begehrens und Verweigerns, der Ungewißheit und des Gewährens sorgen ja nicht nur für Intensität, sondern vor allem für ein ständiges mit dem andern, dem Geliebten Beschäftigt-Sein. Von all dem ist in diesem Buch die Rede, das einen Liebenden zeigt, der mit höchstem Erfindungsreichtum einer Kunst huldigt, die in unseren vorschnellen Zeiten fast verlorengegangen scheint: der Kunst des Werbens. Daß in dieser ständigen Liebesvergewisserung auch die Geliebte in Glanz und Aura erscheint, ist vielleicht beiden die schönste Belohnung.
Blüten des Bösen: wache und halbwache Alptraum- bilder aus den dunklen Abgründen des Tagtäglichen. Der Mensch ist des Menschen Wolf, davon erzählen nicht zuletzt die Märchen. Allerdings wissen sie die unzumutbare Wahrheit schonungsvoll zu verhüllen. Wie wäre es, fragt sich Julian Schutting, wollte man etwas von dem, was an Gräßlichkeiten, an lokalen Tragödien tagtäglich geschieht und in Bild und Ton zu den Kindern dringt, in Märchenform erzählen? Könnte dies die Wahrheit tragbarer, ertragbarer, wenn schon nicht erträglich machen? Oder: Was hat nicht auch die katholische Kirche an Schönschaurigem zu bieten, sie, die uns selbst in den geringsten ihrer Gotteshäuser mit poetischen Augenblicken beschenkt, uns Szenerien beschert, die ein Luis Bun~uel zu einer Filmszene verdichtet haben könnte? Und was wäre, wenn die Gequälten oder die der alltäglichen Gemeinheit Preisgegebenen den Spieß umdrehten, wenn sie Kraft und Mut fänden, sich nun ihrerseits mit den von den Peinigern vorgegebenen Mitteln Respekt zu verschaffen? Julian Schutting unternimmt unterschiedliche Versuche, dem Grausamen eine Gestalt zu verleihen, die es 'ansehnlich' macht. Wache und halbwache Alptraumbilder: Mögen sie sich ähnlich 'schön' lesen, wie auch als 'schön' auszunehmen sind jene Nachtschmetterlinge, die ihre Zugehörigkeit zu den Schädlingsinsekten nicht verleugnen können.
Gezählte Tage
Notizen
Ein Tagebuch über gut vier Jahre: 'eher für den lieben Gott als für mich geschrieben' 'die Tagebuchform hat mir nie zuvor Erprobtes gestattet, vielerlei von dem, was mir der Tag oder die Nacht so zuträgt, nicht verwehen zu lassen, und so durfte beispielsweise von Naturbetrachtungen und anderen Sinneswahrnehmungen umschlossen werden das von der Zeitungs-, Radio- oder Fernsehwelt Vermittelte. Eine Genugtuung war mir im Niederschreiben diverser Einzelheiten die Vorstellung: einen jeden, den dies und das genauso aufschauen und aufhorchen ließe wie mich, verwundert, davon angetan, darüber belustigt, kann ich zwar nicht an der Hand nehmen und dorthin führen, aber ich kann es, halbwegs gut beschrieben, weitererzählen, vorderhand ins Leere. und so durfte ich auch als ein enthusiastischer Mensch den einen oder anderen Gedanken von klugen Freunden würdigen, sozusagen auch verewigen von Passanten oder Mitreisenden in der Eisenbahn aufgeschnappten, bemerkenswerten Satz. daß es mir, bei aller einem leidenschaftlichen Flanierenden und Spaziergänger selbstverständlichen Hingabe an die Außenwelt, nicht gelungen ist, von meiner Schriftstellerexistenz Abstand zu nehmen, mag ein geringeres Manko sein, als daß mir meine Kindheit nachhängt in politisch gefärbten Träumen. was immer einen Roman als einen Roman charakterisiert – mein Roman wäre das da!' Julian Schutting
Rohübersetzung
- 112 pages
- 4 hours of reading
Der Winter im Anzug
- 155 pages
- 6 hours of reading
Nach Musil
- 196 pages
- 7 hours of reading
Aufhellungen
- 89 pages
- 4 hours of reading
Lyrische Gespräche. Sie erzählen vom sanften Verglühen, von Leidenschaften, nicht ohne Hoffnung auf ein neues Aufflackern.
Flugblätter: Gedichte
- 128 pages
- 5 hours of reading
Gedichte. Eine Auswahl nach thematischer Zusammengehörigkeit gruppiert
Hundegeschichte
- 189 pages
- 7 hours of reading
Der Wasserbüffel - Geschichten aus der Provinz - bk712; dtv; Jutta Schutting; pocket_book; 1984
Liebesgedichte
- 96 pages
- 4 hours of reading
Der Wasserbüffel. Geschichten aus der Provinz
- 161 pages
- 6 hours of reading
Der Wasserbüffel - Geschichten aus der Provinz - bk712; dtv; Jutta Schutting; pocket_book; 1984
Der Vater
- 172 pages
- 7 hours of reading
German
Elemente der Architektur: Tür + Tor
- 95 pages
- 4 hours of reading
Kindheitsgeschichten
- 267 pages
- 10 hours of reading
Am Morgen vor der Reise
- 174 pages
- 7 hours of reading
Salzburg retour
- 116 pages
- 5 hours of reading
Lichtungen
- 76 pages
- 3 hours of reading
»Eine alte Frau schleppt sich, verwirrt von zu großem Abschiedsschmerz, gerade noch vor ein Grab. Ein ganz gewöhnlicher Trauerfall? Man erwartet das noch bis zur Hälfte der Geschichte, denkt, da wird die Beerdigung eines Verwandten beschrieben werden. Doch es kommt anders: Die alte Dame selbst ist der Anlaß für den Trauerzug, sie selbst wird beerdigt, in ein Grab gelegt und zugeschaufelt. So makaber, mit Uberraschungseffekten, die ins Groteske zielen, funktionieren bekanntlich Horrorgeschichten... Doch nicht nur schockierende, auch lustige Geschichten kann Jutta Schutting erfinden. Sie entwirft beinahe kabarettistische Texte, voll von raffinierten Sprachverwicklungen, in denen sie sich nach Valentin-Manier in ein (Schein-)Problem unrettbar verstrickt und über den puren Unsinn doziert... Jutta Schutting kann Trivialgeschichten sehr spannend und sehr kompliziert erzählen... wenn sie ganz anspruchslos erzählt, gelingen ihr anspruchsvolle Geschichten.«(Süddeutsche Zeitung)
Ein Mord geschieht, und die Medien berichten von Markenartikeln, die neben der Leiche gefunden wurden. Diese Berichterstattung verwandelt sich in eine ständige Werbung für die Produkte. In einem Burgmuseum steigt das Unbehagen der Besucher zur existenziellen Angst. Gesellschaftsspiele führen zu wechselnden Zuständen von Verarmung und Reichtum. Für die österreichische Erzählerin Jutta Schutting wird das Erleben alltäglicher Situationen – wie Zeitungslektüre, Besichtigungen und Spiele – zum Ausdruck ihres Leidens an menschlichen Perversionen. Ihre Sensibilität entdeckt hinter dem gewohnten Ablauf von Ereignissen Verhängnis und Verstrickung. Das Entsetzen, das sie in den unreflektierten Alltagsbeobachtungen wahrnimmt, wird nicht direkt benannt, sondern durch komplexe sprachliche Strukturen vermittelt. Ein Beispiel ist die Unsicherheit eines Betrachters, der beim Anblick eines Kinderbildes an seiner eigenen Identität zweifelt: „Wer bin ich?“ Diese komplexe Sprache erfordert Aufmerksamkeit und ist nicht einfach zu lesen, bietet jedoch präzise Einblicke in die Psychologie der Charaktere, ohne ins Klischeehafte abzudriften. Schutting zeigt mit sprachlicher Präzision das alltägliche Erschrecken einer sensiblen Schriftstellerin.


































