gemeinsam mit gomringer ist die Recherche des bildenden Künstlers Josef Linschinger über seine langjährige Zusammenarbeit mit dem Begründer der Konkreten Poesie, Eugen Gomringer, und diesem zum Dank gewidmet. Die gemeinsamen Kunst-Editionen der beiden bilden die Basis der Publikation. Sechs Autorinnen auf dem Gebiet der Konkreten Kunst setzen sich mit deren Begegnungen und ihren Werken eingehend auseinander. Das Miteinander bei Symposien, in Ausstellungen und die Nennungen in Publikationen sind aufgelistet. Die gegenseitige Wertschätzung wird in Statements, poetisch wie bildnerisch, eindrücklich dokumentiert.
Josef Linschinger Book order (chronological)



![Josef Linschinger, Thomas Bernhard konkret ; Texte für Laeser ; [nach der Ausstellung "Thomas Bernhard - Konkret" in der Kunstuniversität Linz im Juni und Juli 2001 ... sowie zur Ausstellung im Museum der Wahrnehmung Graz im Mai 2002]](https://rezised-images.knhbt.cz/1920x1920/53045651.jpg)


Zahlen und Farben
- 93 pages
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Hier gibt es keine Beliebigkeiten. „Mathematik ist eine Bedingung aller exakten Erkenntnis“ sagt Immanuel Kant. Der österreichische Künstler Josef Linschinger (geb. 1945) überträgt diesen Aphorismus in den Bar-Code 39 und macht damit seine Zustimmung und eigene Haltung klar. Linschinger, dessen Arbeiten der konkret-konstruktiven Kunst sowie der visuell-konzeptuellen Poesie zuzuordnen sind, arbeitet mit einer großen Bandbreite von Codierungen und einer Vielfalt von mathematischen Themen. Ihn fesselt die Fibonacci- Zahlenreihe ebenso wie der Satz des Pythagoras und in seinem Mobile „E=m·c²“ bringt er Einsteins Formel der Relativitätstheorie zum Tanzen. Damit und über seine „magischen Quadrate“, Buchstaben- und Ziffernkuben, Sprach- und Sudoku-Bilder weist Linschinger auf etwas hin, das bereits der Kunst des 15. Jahrhunderts eingeschrieben war: Die lebendige Verbindung von Kunst und Wissenschaft. Es gibt kaum einen besseren Ort als das Mathematikum in Gießen, um diese Werke zu zeigen. Die neue Publikation „Zahlen und Farben“ begleitet die Ausstellung und gibt einen Einblick in das Werk eines Künstlers, der Mathematik und Sprache zum integrativen Bestandteil der bildenden Kunst macht.
Josef Linschingers künstlerische Annäherung an Thomas Bernhard und sein literarisches Werk basiert auf dem Prinzip der Verfremdung des Mediums der verschrifteten Sprache des Autors durch ihre Visualisierung im Zeichensystem der Codes der alltäglich begegnenden Warenwelt unserer Zivilisationsgesellschaft. Die neu entstandenen grafischen Strukturen sind vergleichbar mit anderen Aufzeichnungssystemen wie etwa der musikalischen Notenschrift von den Neumen bis zu den Zeichensystemen der seriellen Musik.