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Fragmentierte Antike

Auf den Spuren einer modernen 'chrêsis' in Charles Baudelaires 'Fleurs du mal'

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  • 256 pages
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Die Antike in 'dem' Text zu suchen, der gemeinhin als das Gründungszeugnis der ästhetischen Moderne gilt, scheint abwegig. Die Bildwelt der 'Fleurs du mal', das sind, so meint man, die Straßenschluchten von Paris und die in ihnen umherirrenden modernen Heroen, die beklemmenden Innenräume des 'Spleens' und die grausame Sinnlichkeit der Schönen. Und doch hat auch die Antike dort ihren Platz. Als kleinste Fragmentsplitter sind Referenzen auf antike Text- und Bildwelten in die einzelnen Gedichte gestreut. Der fragmentarische Charakter dieser Referenzen könnte leicht als modernes Desinteresse an der Antike mißdeutet werden. Die Lektüren ausgewählter Gedichte jedoch zeigen, daß der Fragmentcharakter dem spezifisch Baudelaireschen Modus des „Gebrauchs“ geschuldet ist: Dieser legt in einer absolut modernen Wahrnehmungspraxis jene Elemente der antiken Text- und Bildwelten frei, die nunmehr konstitutiv für die Baudelairesche Moderne werden können. Diese Moderne läßt ihr antikes Geschwister aber nicht in neuem, humanistischem Glanz erstehen, sondern führt es als lebende Tote vor. Auf der Schwelle zur Moderne artikuliert sich noch einmal eine 'querelle', die weder für die eine noch für die andere Seite die Lanze bricht: Die Baudelairesche Moderne entsteht aus einer als tot-untot gedachten Antike.

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Fragmentierte Antike, Joséphine Jacquier

Language
Released
2010
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(Hardcover)
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Title
Fragmentierte Antike
Subtitle
Auf den Spuren einer modernen 'chrêsis' in Charles Baudelaires 'Fleurs du mal'
Language
German
Released
2010
Format
Hardcover
Pages
256
ISBN10
3825357600
ISBN13
9783825357603
Series
Description
Die Antike in 'dem' Text zu suchen, der gemeinhin als das Gründungszeugnis der ästhetischen Moderne gilt, scheint abwegig. Die Bildwelt der 'Fleurs du mal', das sind, so meint man, die Straßenschluchten von Paris und die in ihnen umherirrenden modernen Heroen, die beklemmenden Innenräume des 'Spleens' und die grausame Sinnlichkeit der Schönen. Und doch hat auch die Antike dort ihren Platz. Als kleinste Fragmentsplitter sind Referenzen auf antike Text- und Bildwelten in die einzelnen Gedichte gestreut. Der fragmentarische Charakter dieser Referenzen könnte leicht als modernes Desinteresse an der Antike mißdeutet werden. Die Lektüren ausgewählter Gedichte jedoch zeigen, daß der Fragmentcharakter dem spezifisch Baudelaireschen Modus des „Gebrauchs“ geschuldet ist: Dieser legt in einer absolut modernen Wahrnehmungspraxis jene Elemente der antiken Text- und Bildwelten frei, die nunmehr konstitutiv für die Baudelairesche Moderne werden können. Diese Moderne läßt ihr antikes Geschwister aber nicht in neuem, humanistischem Glanz erstehen, sondern führt es als lebende Tote vor. Auf der Schwelle zur Moderne artikuliert sich noch einmal eine 'querelle', die weder für die eine noch für die andere Seite die Lanze bricht: Die Baudelairesche Moderne entsteht aus einer als tot-untot gedachten Antike.