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In Palermo, gegen Ende der dreißiger Jahre, entfaltet sich ein „atroz und wahnsinnig“ Verbrechen, dessen Protagonist ebenso besiegt ist wie die Figuren von Verga und ebenso unangenehm wie die von Pirandello. Die Justizmaschine setzt sich in Bewegung – und von Anfang an schwebt der Schatten der Todesstrafe über dem Prozess. In Italien „schläft man mit offenen Türen“: dies war eines der düstersten Mottos des Regimes, das in Ermangelung von Freiheit seinen Kult der Ordnung betonte. Doch in Palermo, der „unerlösten Stadt“, erhält dieses Motto sofort andere Bedeutungen. Hier „blieben die Türen des Wahnsinns sicherlich offen“. Im Gegensatz zum Wahnsinn herrscht hier eine Klebrigkeit der Beziehungen, die jede Geste, jedes Wort beeinträchtigt. Dennoch zeichnet sich hier eine Figur ab, die das Gegenteil verkörpert: der „kleine Richter“, der sich in diesem heiklen Prozess, in dem die Behörden die Todesstrafe als Beweis ihrer moralischen Festigkeit durchsetzen wollten, hartnäckig widersetzt, nur weil er eine klare Vorstellung von der Gesetzgebung hat. In diesen Seiten, die von einem verborgenen Zorn vibrieren, lässt uns Sciascia erneut und mehr denn je das schwarze und opulente Herz Siziliens näherkommen, Schauplatz und Nährboden einer Geschichte, die „die Strafe des Lebens, das Elend und die Unwürdigkeit jener Jahre, die Negation der Gerechtigkeit“ bedeutet.
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Man schläft bei offenen Türen, Leonardo Sciascia
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- 1991
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- (Paperback)
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