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Die Schweizer Soziologin Yana Milev untersucht seit Jahren die Entwicklungen der Ostdeutschen nach dem Untergang der DDR. Sie analysiert die Auswirkungen der Bonner Abwicklungs- und Anschlusspolitik sowie die mediale Begleitung der Übernahme. Im Fokus ihrer Arbeit steht die Treuhandanstalt als Vollstreckerin des politischen Willens der alten Bundesrepublik. Milev thematisiert offen, was oft verschwiegen wird: Die „friedliche Revolution“ war keine. Die Abwesenheit physischer Gewalt bedeutete nicht, dass es keinen psychischen Druck und andere Formen der Übernahme gab. Die Behauptung „Wir sind ein Volk“ wird als irreführend entlarvt, da Ost- und Westdeutsche aufgrund ihrer unterschiedlichen gesellschaftlichen Entwicklungen verschiedene Erfahrungen gemacht haben. Auch die „Wiedervereinigung“ wird als eine Übernahme des einen Staates durch den anderen dargestellt. Die „Wohlstandsversprechen“ von Kohl 1990 sind durch die Statistik widerlegt. Der „Aufbau Ost“ führte zu einem Rückbau der DDR vom Industriestaat zum Entwicklungsland und zur Monopolisierung von Demokratie und Geschichte durch das CDU-Regime, was zu Radikalisierungen führte. Milev widerspricht vehement der Behauptung einer erfolgreichen „Transformation des Ostens“ und zeigt, dass Treuhand- und Aufarbeitungspolitik als zwei Seiten einer Medaille zu einer Kulturkatastrophe führten, deren gesellschaftliche Verarbeitung erst begonnen hat.
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Das Treuhand-Trauma, Yana Milev
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- 2020
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- (Paperback)
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