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„In meiner Arbeit, wenn hier und da die ersten Zeichen einer Geschichte entstehen oder wenn ich in der Ferne hinter einem Hügel der Prosa einen Hinweis auf eine Geschichte sehe, schieße ich darauf.“ So erklärte Thomas Bernhard 1970, kurz bevor er dieses Tryptichon veröffentlichte. Darin werden die hohen Berge, die als „absolute Natur“ herrschen, und die Täler Tirols, bevölkert von „Verrückten“, die mit ihrer Verrücktheit umherziehen, düster beleuchtet. Die Schrift zeigt gelegentlich eine ungewöhnliche Nachsicht gegenüber der Handlung, widerspricht oder transzendiert sie jedoch sofort. Midland, ein englischer Feriengast, steht dem unheilbaren Unverständnis gegenüber den Bewohnern von Stilfs gegenüber, die in einem „Höllenfeuer der Einsamkeit“ leben und sich unsicher sind, ob sie am „idealsten Ort“ sind oder eine „immense Strafe“ verbüßen. Der Dialog zwischen einem Innsbrucker Anwalt, Enderer, und einem Klienten, der einen Lodenmantel trägt, der dem seines verstorbenen Onkels ähnelt, der sich das Leben genommen hat, ist ebenso eindrucksvoll. Zwei Brüder, ein Akrobat und ein Wissenschaftler, besteigen den verhassten Ortles und verwandeln Einsamkeit und Angst in die Suche nach absoluter Perfektion – „Perfektionierung der Verzweiflung“. Der Leser findet hier ein Beispiel für die beste Prosa Bernhards – ein Konzentrat düsterer Komik.
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Midland in Stilfs, Thomas Bernhard
- Language
- Released
- 1973
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- (Hardcover)
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- Title
- Midland in Stilfs
- Language
- German
- Authors
- Thomas Bernhard
- Publisher
- Suhrkamp
- Released
- 1973
- Format
- Hardcover
- Series
- Description
- „In meiner Arbeit, wenn hier und da die ersten Zeichen einer Geschichte entstehen oder wenn ich in der Ferne hinter einem Hügel der Prosa einen Hinweis auf eine Geschichte sehe, schieße ich darauf.“ So erklärte Thomas Bernhard 1970, kurz bevor er dieses Tryptichon veröffentlichte. Darin werden die hohen Berge, die als „absolute Natur“ herrschen, und die Täler Tirols, bevölkert von „Verrückten“, die mit ihrer Verrücktheit umherziehen, düster beleuchtet. Die Schrift zeigt gelegentlich eine ungewöhnliche Nachsicht gegenüber der Handlung, widerspricht oder transzendiert sie jedoch sofort. Midland, ein englischer Feriengast, steht dem unheilbaren Unverständnis gegenüber den Bewohnern von Stilfs gegenüber, die in einem „Höllenfeuer der Einsamkeit“ leben und sich unsicher sind, ob sie am „idealsten Ort“ sind oder eine „immense Strafe“ verbüßen. Der Dialog zwischen einem Innsbrucker Anwalt, Enderer, und einem Klienten, der einen Lodenmantel trägt, der dem seines verstorbenen Onkels ähnelt, der sich das Leben genommen hat, ist ebenso eindrucksvoll. Zwei Brüder, ein Akrobat und ein Wissenschaftler, besteigen den verhassten Ortles und verwandeln Einsamkeit und Angst in die Suche nach absoluter Perfektion – „Perfektionierung der Verzweiflung“. Der Leser findet hier ein Beispiel für die beste Prosa Bernhards – ein Konzentrat düsterer Komik.





