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Lectio Teubneriana VIII

Das verschleierte Bild zu Sais Schillers Ballade und ihre ägyptischen und griechischen Hintergründe

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Schillers Ballade von 1795 behandelt ein ägyptisierendes Motiv: die Mysterien der Isis und die "ägyptische Einweihung". Die Handlung der Ballade ist Schillers eigene Erfindung, die auf der Kombination verschiedener klassischer Stellen beruht. Ägyptische Stoffe spielen sonst kaum eine Rolle in Schillers Werk. Die lectio versucht zu zeigen, daß das "verschleierte Bild zu Sais" für Schiller eine Allegorie des Erhabenen ist, das unlöslich verbunden ist mit den Ideen des Geheimnisvollen und der Initiation. In seiner Ballade greift er zurück auf seinen Essay von 1789 "Die Sendung Moses", worin er die ägyptische Gottesidee des anonymen All-Einen behandelt, eine geheimnisvolle, all-umgreifende und all-durch-drungene Macht, die nur die Allerwenigsten und nur nach jahrzehntelanger Initiation zu erfassen imstande sind. Sowohl dieser pantheistisch-deistische Gottesbegriff als auch die Idee einer "ägyptischen Einweihung" sind griechische Konstruktionen ägyptischer Religion, die jedoch teilweise auf authentischen ägyptischen Vorstellungen basieren. Manche der ägyptisierenden Ideen, die in den 80er und 90er Jahren des 18. Jahrhunderts die europäische Aufklärung faszinierten, lassen sich über Rom und Griechenland hinaus auf Alexandria, Memphis und Theben zurückführen.

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Lectio Teubneriana VIII, Jan Assmann

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1999
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(Hardcover)
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