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Philosophie als Wagnis dringt in den unbetretbaren Grund menschlicher Selbstgewissheit vor und kann dabei als Lehre einer für alle sichtbaren Wahrheit irreführend sein. Ihr Ziel ist es, zwingend Wissbares zu begreifen, ohne jedoch die Erkenntnisse der Wissenschaften zu wiederholen oder in deren Bereich mit gleichem Anspruch einzutreten. Im Philosophieren ist die Befriedigung, die aus der Sachkunde der Welt resultiert, nicht zu erwarten. Stattdessen wird nach einem Denken gesucht, das das Bewusstsein des Seins verwandelt und den Menschen zu seinen ursprünglichen Antrieben führt. Objektives Wissen kann dies nicht leisten; es ist vielmehr ein Moment des Seinsbewusstseins, das im Philosophieren entsteht. Philosophie versteht sich als zeitlose Kristallisation des Zeitlosen, auch wenn sie in der Zeit steht. Der Mensch ergreift das Sein geschichtlich in seiner Zeit, und nur in dieser Erscheinung ist es ihm zugänglich. Im Philosophieren äußert sich ein Glaube ohne Offenbarung, der an den appelliert, der denselben Weg geht. Es ist kein objektiver Wegweiser im Wirrsal; jeder erfasst nur, was er als Möglichkeit durch sich selbst ist.
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Philosophie, Karl Jaspers
- Language
- Released
- 1973
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- (Paperback),
- Book condition
- Very Good
- Price
- €38.99
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- Title
- Philosophie
- Subtitle
- I Philosophische Weltorientierung - Vierte Auflage
- Language
- German
- Authors
- Karl Jaspers
- Publisher
- Springer
- Released
- 1973
- Format
- Paperback
- Pages
- 340
- ISBN10
- 3540063234
- ISBN13
- 9783540063230
- Series
- Description
- Philosophie als Wagnis dringt in den unbetretbaren Grund menschlicher Selbstgewissheit vor und kann dabei als Lehre einer für alle sichtbaren Wahrheit irreführend sein. Ihr Ziel ist es, zwingend Wissbares zu begreifen, ohne jedoch die Erkenntnisse der Wissenschaften zu wiederholen oder in deren Bereich mit gleichem Anspruch einzutreten. Im Philosophieren ist die Befriedigung, die aus der Sachkunde der Welt resultiert, nicht zu erwarten. Stattdessen wird nach einem Denken gesucht, das das Bewusstsein des Seins verwandelt und den Menschen zu seinen ursprünglichen Antrieben führt. Objektives Wissen kann dies nicht leisten; es ist vielmehr ein Moment des Seinsbewusstseins, das im Philosophieren entsteht. Philosophie versteht sich als zeitlose Kristallisation des Zeitlosen, auch wenn sie in der Zeit steht. Der Mensch ergreift das Sein geschichtlich in seiner Zeit, und nur in dieser Erscheinung ist es ihm zugänglich. Im Philosophieren äußert sich ein Glaube ohne Offenbarung, der an den appelliert, der denselben Weg geht. Es ist kein objektiver Wegweiser im Wirrsal; jeder erfasst nur, was er als Möglichkeit durch sich selbst ist.



